Mit ihrem spätgotischen Netzgewölbe zeigt die
Rochuskapelle auf dem 1518 angelegten Friedhof an der Rothenburger Straße in Gostenhof, dass die Gotik noch Anfang des 16. Jahrhunderts
in Nürnberg der "amtliche" Baustil war.
Der Rochusfriedhof ist dem bekannteren Johannisfriedhof sehr ähnlich.
Er ist ebenfalls von den liegenden Grabsteinplatten geprägt, die teils mit aufwändigen Bronze-Epitaphien aus dem 16.-18. Jahrhundert
versehen sind.
Der Rochusfriedhof und der Johannisfriedhof entstanden, weil die Friedhöfe,
die in unmittelbarer Nachbarschaft von St. Lorenz und St. Sebald lagen, aufgelassen wurden. Doch noch
heute treten bei Aushubarbeiten rings um die beiden großen Altstadtkirchen immer wieder
einzelne menschliche Knochen zu Tage.
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Spezielle Literatur zum Rochusfriedhof:
Bürgerverein St. Johannis-Schniegling-Wetzendorf (Hrsg.), St.-Rochuskirchhof zu Nürnberg, Nürnberg 1989
Pilz, Kurt: St. Johannis und St. Rochus in Nürnberg, Nürnberg 1984
Stegmann, Hans: Die Rochus-Kapelle zu Nürnberg und ihr künstlerischer Schmuck, München 1885
Zahn, Peter: Die Inschriften der Friedhöfe zu Nürnberg, München 1972, Nachträge 2000, CD-ROM mit Bildern 2003