Epoche:
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Barocke Kirchenbauten in Erlangen |
||
Hugenottenkirche |
||
|
Durch das Nebeineinander von Hugenotten und einheimischer Bevökerung hat sich in Erlangen die Notwendigkeit mehrerer größerer Kirchenbauten ergeben. Interessantester Kirchenbau Erlangens ist die evangelisch-reformierte Pfarrkirche am Hugenottenplatz. Bis 1920 beherbergte sie die französisch-reformierte Gemeinde. Deswegen wird sie auch "Hugenottenkirche" genannt. Das Gebäude ließ der Markgraf für die Einwanderer 1686-1693 wohl von Johann Moritz Richter erbauen. Es war das erste Gebäude in der Erlanger Neustadt. Zunächst hatte es keinen Turm, sondern einen Mittelrisalit mit vier Pilastern, wodurch sich zusammen mit der querrechteckigen Auslegung des Saales ein tempelartiger Eindruck ergab – die Hugenotten nannten die Kirche auch "le temple". Der Turm entstand 1732-36. |
|
|
|
Die architektonische Bedeutung der Hugenottenkirche folgt aus ihrer Auslegung als Zentralbau mit einem einheitlichen Betsaal – in dieser Form und mit diesem geschichtlichen Hintergrund wohl einmalig in Europa. Der Kirchenraum bildet zusammen mit dem Gemeindesaal eine bauliche Einheit, die einen Innenhof umfasst und so einen ganzen Straßenblock ausnutzt. So fügt sich der Bau trotz seines besonderen Zwecks in die rasterhaft neu angelegte Stadt perfekt ein. |
Andere Kirchen, wie die spätere Universitätskirche, unterbrechen bereits mit dem von ihnen beanspruchten Außenraum den beabsichtigten Rhythmus. „Ein Moment an der Schwelle des Stilbarock, ohne selbst die wirkliche Sprache dieses Stiles angenommen zu haben“ |
|
Universitätskirche |
||
| Der größte barocke Sakralbau in Erlangen ist die Ev.-luth. Neustädter Pfarrkirche (Universitätskirche), ca. 1720 – 1737 errichtet. Der Turm wurde erst 1765 fertig, der Helm 1830 aufgesetzt. Als Architekt wird Johann David Räntz angenommen. Das Ornament (Triglyphengebälk wie an antiken dorischen Tempeln) weist auf den strengen französischen Stil hin, der den Klassizismus vorbereitet(vgl. Ba-Wü). Ungewöhnlich für neu errichtete protestantische Kirchen ist die Ausstattung mit Wandbildern. |
|
|
Altstädter Kirche |
||
|
Die "Altstädter Kirche" oder Dreifaltigkeitskirche wurde von 17611-1721 errichtet. Architekt war vermutlich Gottfried von Gedeler, der in Erlangen auch viel anderes schuf. Interessant ist der polygonale Chorschluss, der an die Gotik erinnert. Schön ist die Westfassade mit dem Turm. |
||
Christuskirche |
||
|
Ehem. deutsch-reformierte Christuskirche, jetzt Gemeindesaal. 1728-34, möglicherweise von Joh. David Räntz entworfen. Korinthische bzw. Kompositkapitelle an den Portalpilastern. Ionische Pilaster am umlaufenden Hauptgesims. Die Kirche blieb unvollendet: Der Turm ist ein Stumpf. Die Kirche hat nur ein einziges nach außen kenntlich gemachtes Geschoß. Das weist bereits auf den Klassizismus hin, der von der bewegten Über-/Unterordnung in den Fassaden Abstand nimmt und Vereinheitlichungstendenzen zeigt.
|
|
|
|
|
|
Sophienkirche |
||
|
Ritterakademie mit Sophienkirche (1700), heute nur noch Verkleidung erhalten. Im Inneren moderne Betonkonstruktion. |
|
|
