Johannisfriedhof

Epoche: 
Gotik

Johannisfriedhof

1395/um 1518-1520
Johannisstraße 53/55/57

Wohl wirklich kulturgeschichtlichen Weltrang als Begräbnisstätte hat der Nürnberger Johannisfriedhof.
Die Darstellung seiner küstlerischen Besonderheiten geht weit über das hinaus, was in diesem Rahmen dargestellt werden kann.
Nicht zu vergessen ist die ausgezeichnete Lage des Friedhofs im Kontext mit den nahen
Hesperidengärten aus der Barockzeit.

Zu erwähnen sind zunächst die beiden augenfälligen Kirchenbauten, die St. Johannis-Kirche und die Holzschuherkapelle.
Erstere war jahrhundertelang Pfarrkirche des Stadtteils; der einschiffige schlanke Bau von 1377/1395 ist reich ausgestattet.

Johannisfriedhof
Holzschuherkapelle

Eine Besonderheit ist auch die runde Holzschuher-Kapelle (1513-1515),
Hans Beheim d. Ä zugeschrieben.
Im Inneren befindet sich eine Grablegungsnische von Adam Kraft, die dieser als eines seiner letzten Werke 1507 im Zusammenhang mit
den zum Friedhof führenden Leidensstationen schuf. Auffallend ist der spätgotische hängende Schlußstein.
Die Gräber auf dem Johannisfriedhof prägen Epitaphien aus sämtlichen
Kunstepochen seit der Spätgotik. So finden sich Renaissance-Tafeln ebenso wie
hochbarocke Beispiele der Reliefkunst. Die Vielfalt und künstlerische Qualität sucht in dieser Konzentration ihresgleichen.
Auch die Entwicklung verschiedener handwerklicher Techniken wie Prägung, Guß und Punzierung kann sehr gut abgelesen werden.

Zahlreiche berühmte Personen sind auf dem Friedhof begraben, allen voran Albrecht Dürer,
Willibald Pirckheimer, Veit Stoß, der Glasmaler Veit Hirsvogel,
Anselm Feuerbach, William Wilson (der erste Lokomotivführer des "Adlers"),
Cramer-Klett und andere.

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