Epoche:
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Letzte Stadtbefestigung1346-1452 |
||
| Nürnbergs größtes Denkmal und gleichzeitig eines seiner bedeutendsten ist die Anlage, die die Altstadt seit dem 15. Jahrhundert wie ein Panzer umschließt: die letzte Stadtbefestigung. Die Bedeutung dieses weltkulturerbeverdächtigen Denkmals kann nicht überschätzt werden, denn es gibt kein zweites Bollwerk dieser Art und Größe in Mitteleuropa, dass die Zeiten überdauert hat. Die Zahl und die Verschiedenheit der Bauwerke macht die jüngste Ummauerung der Stadt zu einem Lehrbuch der Befestigungstechnik des Mittelalters und der frühen Neuzeit. |
Nur etwa 20 Jahre nach der Verbindung der älteren Mauerringe war die Expansion der Stadt so stark fortgeschritten, dass eine neue Stadtmauer notwendig wurde. Ausgehend vom Spittlertor entstand die letzte Stadtumwallung seit 1346. Um 1400 war zumindest der eigentliche Mauerring geschlossen und definiert seitdem die nahezu parallelogrammförmige Altstadt. Bis zur Vollendung im Jahr 1452 folgte der Ausbau des 20 m breiten und bis zu 12 m tiefen, beidseitig gefütterten Grabens und der ca. 15 m breiten Zwingeranlagen. Die waffentechnische Entwicklung zwang im 16./17. Jahrhundert zu weiteren Verstärkungen. |
|
Von A bis Z: Die alten Bezeichnungen der Türme |
||
|
Die Mauertürme der letzten Stadtummantelung wurden je nach Abschnitt mit Farben und Buchstaben bezeichnet. Auf der Landkarte betrachtet, beginnend bei der Burg, sind dies im Uhrzeigersinn die Farben schwarz, blau, rot und grün. Die Kasemattentürme sind in gleicher Richtung mit römischen Ziffern bezeichnet. Folgende Grafik stellt den Verlauf der letzten Stadtmauer mit dem heutigen Bestand dar: |
||
|
||
|
Kasemattentürme: Streichwehr an 5eck. Turm I (Vestnertormauer Nr. 1a) völlig zerstört II ("Alcibiades-Turm", Laufertormauer 13a) III (Laufertormauer 15a) IV ("Pechturm", Königstormauer 9) V (Frauentor-Zwinger Nr. 3, Spiralstruktur) VI (Frauentorgraben 2, zerst. bis auf Mauerrest) VII (Vordere Sterngasse 33) VIII (Frauentormauer 17a) IX (Frauentormauer 21a) X (Frauentormauer 29a) XI (Frauentormauer 33a) XII (Frauentormauer 37a) XIII (Frauentormauer 39b) XIV (beseitigt) XV (Spittlertormauer 1a) XVI (Spittlertormauer 3a) XVII (Spittlertormauer 5a) XVIII (Spittlertormauer 7a) XIX (Spittlertormauer 9b) XX (Spittlertormauer 11a) XXI (Spittlertormauer 13a) XXII (Neutormauer 1a) Schwarz: Blau: Rot: Grün:
|
||
Vestnertormauer |
||
| Von der Burg bis zur Mauerlücke am Maxtor erstreckt sich die Vestnertormauer. Der Rundgang um die Altstadt beginnt unterhalb des Fünfeckigen Turms mit der Streichwehr, die dem Nahkampf gegen in den Graben gelangte Feinde diente. Der Luginsland trägt den schwarzen Buchstaben "A". Der kriegszerstörte Kasemattenturm I ist bis 2005 wiederaufgebaut worden. Der benachbarte Turm schwarzes B ähnelt dem Kasemattenturm I sehr, wird jedoch als |
||
| Seitenanfang | ||
Maxtormauer |
||
|
Die Maxtormauer verläuft von der Mauerlücke am Maxtor bis zum Laufertor. Die Wehrmauer entstand Ende des 14./Anfang des 15. Jahrhunderts und ist mit Wehrgang und beiderseits gefüttertem Graben ausgestattet. Eine große Rundbastei, der Küblerzwinger, springt am nordöstlichsten Teil der Stadtmauer in den Graben vor. Auf der Anlage von 1527 stehen zwei Gartenhäuser des 18. Jh. Die Maxtormauer wird seit ca. 1980 mit großem Aufwand restauriert und rekonstruiert.
|
Maxtormauer 9 (Turm schwarzes H)
Turm schwarzes F (links) und schwarzes E Noch kriegsbeschädigter Turm schwarzes L (Aufnahme im Jahr 2003), rechts im Hintergrund schwarzes K und schwarzes J |
|
| Seitenanfang | ||
Laufer Tor |
||
| Der Laufertorturm ist einer der im 16. Jahrhundert ummantelten Tortürme. | ||
| Seitenanfang | ||
Laufertormauer |
||
Schwarzes V mit schießschartenartigem Fenster |
||
| Seitenanfang | ||
Insel Schütt |
||
Kasemattentor und nördlicher Pegnitzausfluß
Mächtiges Bollwerk: Schwarzes Z und blaues A |
Am südlichen Pegnitzausfluß neben dem Turm blaues B existiert noch die gewölbte Flußüberbrückung. |
|
| Seitenanfang | ||
Marientormauer |
||
|
Von der Marientormauer ist nur ein ganz kleines Stück zwischen Marientor und Gewerbemuseumsplatz erhalten. In dessen Untergrund sind bei Ausgrabungen für das dortige Parkhaus Mauerreste zu Tage getreten, die jetzt in der Garage besichtigt werden können.
Mauerpartie am Marientorzwinger (bez. 1771). Oben der pavillonartige Einbau der Gaststätte, 1913 von Heinrich Wallraff und Otto Seegy |
Marientormauer mit Turm Blaues H,der dahinter nachfolgende Turm Blaues G ist (noch) ein kriegszerstörter Stumpf
Südliches Ende der Marientormauer mit Gaststätte Marientorzwinger |
|
| Seitenanfang | ||
Königstormauer |
||
| Die Königstormauer verbindet Marientor und Königstor. Zu ihr gehören die Türme blaues K, L, und M. Nach letzterem schließt sich das Künstlerhaus an. Hervorzuheben ist die besonders aufwändig gestaltete Grabenmauer mit bossierten Quadern. Daß sie weitgehend verschüttet ist, kann nur als unglückliche Entscheidung bezeichnet werden.
Bossierte Mauer am Königstorgraben; im Hintergrund rechts Turm blaues K (Königstormauer 1), links Turm blaues L (Königstormauer 3)
Den Belangen der Denkmalpflege entsprechender Nebeneingang der Kunsthalle Turm Blaues M gegen Süden, rechts im Bild ist hinter dem Künstlerhaus gerade noch
Der Grabenturm IV fällt von der Stadtseite aus gesehen kaum auf. |
||
| Seitenanfang | ||
Frauentor |
||
Frauentorturm mit Eingang zum Handwerkerhof und Grabenturm V (links). Die enorme Größe der vier "dicken Türme" |
||
| Seitenanfang | ||
Frauentormauer |
||
|
Die Frauentormauer bildet die südliche Begrenzung der Nürnberger Altstadt und zieht sich vom Frauentor bis zum Spittlertor. Das entspricht auf der Grabenseite etwa dem Ring zwischen Hauptbahnhof und Plärrer.
Durch Straßen- und U-Bahn-Bau wurde der Graben in wesentlichen Teilen zugeschüttet oder sehr stark eingeengt, so daß der eigentlich mit vielen Türmen gut erhaltene Teil nicht mehr so gut erlebbar ist wie vor dem
Kasemattenturm VII (Vordere Sterngasse 33) und Frauentormauer 9 (blaues X)
Auf dem Stumpf des Blausternwerks steht seit dem Symposion Urbanum 1971 Ansgar Nierhoffs Netz-Skulptur
Rotes B (Frauentormauer 17) und Kasemattenturm VIII (Nr. 17a)
Frauentormauer 21 und 21a (=Kasemattenturm IX) Das Färbertor; am rechten Bildrand der als Stadtmauer getarnte Bunker
Wappendreiverein am Färbertor Turm rotes I (Frauentormauer 31) Der Turm rotes I hatte früher runde Ecktürmchen, wie an den Konsolen unterhalb des neuen Walmdachs zu sehen ist. |
Frauentormauer 7 (blaues V) Im Graben am Sterntor stößt man auf eine rundbogige
Ehemaliger Zufluß des Fischbaches im Sockel des früheren "Blausternwerks"
Frauentormauer 15 (rotes A)
Frauentormauer 19 (rotes C)
Türme rotes C, D, E (v. l.). Gut zu erkennen
Von links nach rechts:
Am berüchtigtesten Teil der "Mauer" stehen die Türme M und N. |
|
Blick von der Engelhardsgasse |
||
| Seitenanfang | ||
Spittlertor |
||
Im 16. Jahrhundert wurde auch der Spittlertorturm rund ummantelt.
Als Antipode zur hektischen |
||
| Seitenanfang | ||
Spittlertormauer |
||
| Relativ gut erhalten ist die Verteidigungsanlage entlang der Spittlertormauer. (Zum Turm Rotes X sei hingewiesen auf den Bericht von BENCKER, s. unten.) |
||
| Seitenanfang | ||
Westtormauer |
||
Blick vom Spittlertorgraben auf die Westtormauer mit Fronveste,
Stadtseite der Fronveste über Das heutige, sechsspurig autogerecht breite Hallertor gab es früher nicht, sondern nur das winzige "Hallertürlein" mit einem ungewöhnlich |
Bereits Albrecht Dürer malte diesen klassischen Blick auf die Kaiserburg, allerdings war seinerzeit mehr von den Befestigungsanlagen zu sehen. Links im Bild der voluminöse "Schlayerturm" (grünes F) als Teil der 1489/94 errichteten Fronveste letzte Befestigung des Pegnitzausflusses. Der Schlayerturm wurde erst nach dem zweiten Weltkrieg in künstlerisch überlieferter Höhe mit Spitzhelm in mittelalterlicher Form rekonstruiert. |
|
| Seitenanfang | ||
Neutorzwinger und Neutormauer |
||
|
Die Neutormauer zieht sich vom Hallertor bis zum Tiergärtnertor hinauf und umfaßt die Türme grünes H bis N.
Auch der Neutorturm ist einer der im 16. Jahrhundert ummantelten Tortürme.
Neutor von Norden Foto: Heinz Metzner
Rustiziertes Eingangsportal des Neutorturms mit seinem Buchstaben grünes K Wie der Tiergärtnertorturm haben auch die vier dicken Türme vor ihrer Ummantelung im 16. Jahrhundert in etwa ausgesehen. |
||
Neutorgraben zwischen grün L und M, im Hintergrund bereits die Burgbasteien |
||
| Seitenanfang | ||
|
***
WWW-Verweise
Spezielle Literaturhinweise zur letzten Stadtbefestigung:
|
||
| Seitenanfang | ||





















