Die Pfarrkirche St. Sebaldus ist
die ältere der beiden großen Kirchen der Altstadt. Begonnen um
1230/40 als Nachfolgebau einer schon um 1050 gegründeten Peterskapelle,
ist von den wohl 1274 vollendeten spätromanischen Bauteilen das Mittelschiff
und die Turmuntergeschosse mit Krypta erhalten.
Die Rundbogenfenster am Obergaden des Mittelschiffes zeugen von der romanischen Bauphase der Sebalduskirche
Ebenso trifft man die mit Mittelsäule versehenen
Fenster, Biforien (Zwillingsarkaden) genannt, als flächenmäßig
geringe Öffnungen in romanischen, massiven Wänden wie hier in
einem Treppenturm der Sebalduskirche an.
Die die Geschosse trennenden und schmückenden Rundbogenfriese an
Türmen und Westchor sind typisch romanisches Ornament. Der Westchor
hat sein Vorbild am Bamberger Dom; in der karolingischen und frühromanischen
Architektur spielt das Westwerk als symbolischer Schutz vor dem Bösen
eine wichtige Rolle, weswegen der Westchor oft dem heiligen Michael geweiht
ist.
WWW-Verweise und Literaturhinweise zur Sebalduskirche
BACHMANN, Thomas / HÖRSCH, Markus: Sebalduskirche Nürnberg. Nürnberg 2004
BARTH, Hans-Martin / LIMMER, Ingeborg: Die Sebalduskirche in Nürnberg. Königstein im Taunus 1988
BAUMANN, Angela: St. Sebald in Nürnberg. Ein Kurzführer, Bamberg 1996
FRIES, Walter: Die St. Sebalduskirche zu Nürnberg. Burg bei Magdeburg 1928
HOFFMANN,Friedrich Wilhelm: Die Sebalduskirche in Nürnberg. Ihre Baugeschichte und Ihre Kunstdenkmale, überarbeitet und ergänzt von Theodor Hampe, Wien 1912
MEISTER, Ingrid E.: Der romanische Bau von St. Sebald in Nürnberg, Erlangen 1984
PILZ, Kurt: St.-Sebaldus-Kirche in Nürnberg
TUCHER, Christoph Frhr. v., Krypten und Geschlechtergrüfte bei St. Sebald. In: MVGN 11 (1895), S. 213 ff.