Epoche:
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Vorletzte Stadtbefestigung13. Jh. |
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| Die "vorletzte Stadtumwallung" ist die ältere der beiden heute feststellbaren Stadtmauern. Über den Verlauf einer früheren Befestigung, beispielsweise entlang der Tetzelgasse1, wurde schon viel gemutmaßt, jedoch haben sich alle Vermutungen bislang nicht erhärtet. Plausibel erscheint auf Grund des Straßenverlaufs eine frühere, hölzerne Befestigung im Bereich zwischen dem heutigen Tiergärtnertorplatz und dem Weinmarkt.
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Die vorletzte Stadtumfriedung bestand aus getrennten Mauerringen um die Sebalder und die Lorenzer Altstadt, bevor die Verbindung über die Pegnitz hinweg erfolgte. Am Stadtgrundriss ist der Verlauf der ehemaligen Mauern noch ablesbar. Aber nur noch an wenigen Stellen ist die ältere Stadtbefestigung sichtbar erhalten. Im Verborgenen liegen jedoch noch Spuren, die bei Grabungen auftauchen, wie etwa im Sommer 1968 beim Bau der Dresdner Bank an der Hans-Sachs-Gasse2 oder in jüngerer Zeit in der Winklerstraße. Auch an der Färberstraße gibt es eine Kuriosität: Viele Autofahrer und Fußgänger benutzen, ohne es zu wissen, eine heute unsichtbare Brücke, die den nach Inschrift aus dem 17. Jahrhundert damals noch bestehenden einstigen Stadtgraben überspannte. Will man das zweibogige Bauwerk besichtigen, muss man sich an Ort und Stelle in den Untergrund begeben. |
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Türme |
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| Durch das Tor des „Weißen Turms“ (Mitte 13. Jh.), hier von der Breiten Gasse aus gesehen, gelangte man aus der Lorenzer Stadt in südwestliche Richtung. Vor dem Turm liegt eine malerische Barbakane, die einst als Zwinger diente. Die Kriegszerstörungen haben den Turm isoliert, so dass er heute baulich beziehungsarm zwischen den umgebenden Kaufhäusern steht.
Der "Weiße Turm"
Der Weiße Turm mit der teilrekonstruierten Barbakane im Vordergrund |
Gleich zweimal erscheint das Kleine Nürnberger Stadtwappen auf der Stadtseite des Weißen Turms.
Blick durch die Breite Gasse nach Westen |
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Feldseite … |
Betrachtet man die Nürnberger Altstadt als ein im Grundriss punktsymmetrisches Gebilde, so stellt der Laufer Schlagturm das durch Spiegelung erhaltene Pendant des Weißen Turmes dar. Die äußerliche Ähnlichkeit ist nicht zu übersehen. Der Turm stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert, ebenso der nördlich (im Bild rechts) anschließende Teil der Stadtmauer. Oberer Teil des Turmes und Spitze mit Laterne stammen von 1508.
…und Stadtseite des Laufer Schlagturms |
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Graben |
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| An der Grübelstraße ist ein Stück des Stadtgrabens der vorletzten Befestigungsanlage erhalten. Es wurde als Übungsplatz der Sportschützen des Herrenschießhauses genutzt.
Blick von der Oberen Talgasse über den alten Stadtgraben |
"Schießgraben", im Hintergrund das Herrenschießhaus |
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Auch auf der Lorenzer Seite, ebenfalls im Ostteil, existiert noch ein Teil des alten Stadtgrabens, der auf beiden Seiten mit Stützwänden aus Sandsteinquadern versehen ist. Eine Brücke verbindet die Katharinengasse mit dem Oberen Bergauerplatz. |
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Verbindung der Mauerringe |
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| 1320/25 wurden die Befestigungsringe der Sebalder und der Lorenzer Altstadt über die Pegnitz hinweg miteinander verbunden. Wasserturm und Henkersteg bewachten den Pegnitzausfluß, bevor die letzte Stadtmauer errichtet wurde. Links der Weinstadel (Mitte 15. Jh.). Auf der anderen Pegnitzseite steht das Unschlitthaus, welches unter Verwendung von Teilen der Stadtmauer im ehemaligen Graben errichtet wurde.
Der Henkerturm an der Spitze der Trödelmarkt-Insel |
Ein typisches Postkartenmotiv: Weinstadel und Wasserturm
Der sogenannte Wasserturm beherbergt heute Studentenwohnungen |
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Den ehemaligen Einfluß der Pegnitz markiert noch heute der früher als Gefängnis dienende Männerschuldturm. Bemerkenswert sind die vier Erker, die nicht an den Ecken, sondern in der Mitte der Fassaden angebaut sind. |
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1 MUMMENHOFF, Ernst: Der heutige Stand der Frage der ältesten Nürnberger Stadtbefestigung, in: MVGN 20 (1913), S. 242 (256) 2 GRIES, Fritz: Die Freilegung der Stadtmauer beim Bau der Dresdner Bank am Hans-Sachs-Platz, in: MVGN 56 (1969), S. 422 (422) Sonstige Literaturhinweise:
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